15 Management-Krankheiten frei nach Papst Franziskus

12. Mai 2015
Tiziana Fabi / Getty Images

6. Teil: Anhäufen, Cliquenbildung, Selbstdarstellung

  1. 13. Die Krankheit des Anhäufens. Diese Gefahr droht, wenn ein Manager eine existenzielle Leere in seinem Herzen zu füllen versucht, indem er materielle Güter ansammelt - nicht aus Notwendigkeit, sondern nur um sich sicher zu fühlen. Aber wenn wir aus diesem Leben scheiden, können wir keine materiellen Besitztümer mitnehmen, denn "das letzte Hemd hat keine Taschen". Alle irdischen Schätze der Welt können diese innere Leere niemals füllen; dadurch wird die Lücke nur noch tiefer und quälender. Das Anhäufen von Gütern belastet uns nur und verlangsamt unsere Reise!
  1. 14. Die Krankheit der geschlossenen Kreise, wo die Zugehörigkeit zu einer Clique ausschlaggebender ist als die gemeinsame Identität. Auch diese Erkrankung beginnt stets mit guten Absichten, doch im Lauf der Zeit versklavt sie die betroffene Person und breitet sich aus wie eine Krebsgeschwulst. Sie bedroht die Harmonie des Unternehmens und verursacht enormes Unheil, vor allem für diejenigen, die bei dieser Cliquenbildung in die Außenseiterrolle gedrängt werden. Selbstbeschuss von Mitstreitern aus den eigenen Reihen ist die heimtückischste Gefahr, die es gibt, denn sie höhlt ein Unternehmen von innen her aus. Oder wie es in der Bibel heißt: "Jedes Reich, das in sich gespalten ist, geht zugrunde."
  1. 15. Und nicht zuletzt: die Krankheit der Verschwendungssucht und Selbstdarstellung. Sie tritt auf, wenn ein Manager seinen Dienst zu Macht umgestaltet und diese ausnutzt, um sich materiellen Gewinn zu sichern oder immer noch mehr Macht an sich zu reißen. Das ist die Krankheit jener Manager, die in ihrem Machtstreben unersättlich sind und auch nicht davor zurückschrecken, andere Menschen zu verleumden, zu diffamieren und zu diskreditieren - die sich stets in den Vordergrund drängen, um zu zeigen, dass sie kompetenter sind als andere. Diese Krankheit richtet großen Schaden an, weil sie Menschen dazu verleitet, alle Mittel, die dazu dienen, ihr Ziel zu erreichen, zu rechtfertigen - und das oft auch noch im Namen der Gerechtigkeit und Transparenz. Dabei muss ich unwillkürlich an einen Manager denken, der immer wieder Journalisten anrief, um ihnen (teilweise erfundene) private, vertrauliche Informationen über seine Kollegen zu verraten. Ihm ging es dabei nur darum, sich auf den Titelseiten der Zeitungen und Zeitschriften zu sehen, denn das gab ihm ein Gefühl der Macht und Berühmtheit. Dass er anderen Menschen und seinem Unternehmen damit großen Schaden zufügte, kümmerte ihn nicht.

Diese Krankheiten sind eine Gefahr für jede Führungskraft und jede Organisation, liebe Freunde! Und sie können nicht nur einzelnen Menschen schaden, sondern auch auf Unternehmensebene enormes Unheil anrichten.

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Kommentare
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MarcoHass 15.05.2015

Witzig! Die teilweise überzogenen Darstellungen helfen dem Leser ein tieferes Verständnis für die Kernaussage dieses Artikels zu erhalten. Doch Papst- und Demutsforderungen für sich werden "kranke" Führungskräfte nicht heilen. Dazu braucht es äußere Dissonanz und Autokratie sowie optimaler Weise auch noch innere Offenheit und Willen, "Heilung" (Veränderungen) zu zulassen. Die häufigste Strategie von darunter Leidenden ist Aussitzen, Klappe halten, Kuschen und Dienst nach Vorschrift. Die Wurzeln der genannten Krankheiten können meiner Meinung nach, bei den vorhandenen Dominanzhierarchien, durch Revolution oder evolutionäres Umdenken in Aufsichtsgremien und Top Management herbeigeführt werden. Einen dritten Weg sehe ich noch im Zusammenbruch der Weltwirtschaft (äußere Dissonanz). Mein Fazit zu diesem und anderen Beiträgen die sich mit Führungsdefiziten beschäftigen ist, dass diejenigen, die diese Probleme verursacht haben meistens nicht diejenigen sind, die diese auch wieder lösen. Ohne revolutionäres oder evolutionäres HANDELN geht jedoch gar nichts. MarcoHass et aol com

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